St. Marien

Katholische Kirchengemeinde im Bremer Westen

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Wallfahrt am Sonntag, 27. August 2006Eine Wallfahrt am Sonntag, 27. August 2006, brachte eine Geschichte wieder ins Bewußtsein, die es wert ist, aufgeschrieben und damit für die Nachwelt dokumentiert zu werden. Es ist die Geschichte der Kreuzaufstellung auf dem Friedhof der Gedenkstätte Esterwegen, an der Gruppen aus unserer Mariengemeinde beteiligt waren. Hauptsächlich und zuerst waren es die St.-Georgs-Pfadfinder, aber auch die Kolpingfamilie und die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) leisteten im Laufe der Zeit Hilfestellung.

Anlaß für die Wallfahrt war die die Weihe des mittlerweile vierten Kreuzes, dessen Errichtung durch Spenden aus unserer Gemeinde ermöglicht wurde. Durchgeführt wurde diese Pilgerreise vom Kolpingbezirksverband Bremen/Unterweser auf Initiative der Kolpingfamilie St. Marien unter ihrem Vorsitzenden Wilhelm Wessels, der schon damals, zu Beginn dieser Angelegenheit, allerdings derzeit in seiner Eigenschaft als Betreuer der Pfadfinder, an dieser Sache beteiligt war. Mit dabei auf der Wallfahrt nach Esterwegen war auch Dieter Lüer, der zweite Hauptbeteiligte in Sachen Kreuzaufstellung. Er vertrat 2006 die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georgs der Mariengemeinde. Während der Busfahrt von Bremen nach Esterwegen gab Dieter Lüer den Wallfahrern einen kurzen Einblick in die Geschichte des Kreuzes von Esterwegen, dessen Werdegang hier nun etwas ausführlicher dokumentiert werden soll.

Der Prozeß der Kreuzaufstellung begann im Juni des Jahres 1982. Die Welt war noch in drei Bereiche aufgeteilt: die Erste Welt, der Westen, die Zweite Welt war der Ostblock und die Dritte Welt waren die Entwicklungsländer. Die israelische Armee marschierte in den Libanon ein und US-Präsident Ronald Reagan besuchte die Bundesrepublik Deutschland. Zu der Zeit waren die Pfadfinder der DPSG auf der Fahrt in ihr Sommerlager nach Sustrum im Emsland. Die Reise führte über die Bundesstraße 401 am Küstenkanal entlang, an dem auch die kleine Ortschaft Bockhorst liegt, die heute zu Esterwegen gehört.

Wilhelm Wessels, damals Kapitän, der ebenso wie der Ingenieur Dieter Lüer zu den Betreuern der Pfadfinder gehörte, machte seinen Begleiter auf den Friedhof in Bockhorst aufmerksam, der zum ehemaligen Lager Esterwegen gehörte. Esterwegen war eines der 15 berüchtigten nationalsozialistischen Konzentrationslager, die mehr unter dem Namen Emslandlager sowie durch das Lied der „Moorsoldaten" bekannt wurden. Esterwegen war das siebte dieser Konzentrationslager, die sich von Rhede über Aschendorfermoor bis hinunter nach Wietmarschen hinzogen. Wilhelm Wessels konnte den Pfadfindern, die auf der Fahrt 1982 den Bus zu einem Zwischenaufenthalt in Bockhorst verlassen hatten, anschauliche Informationen geben. Er als gebürtiger Emsländer hatte drei Lebensjahre in einem dieser Emslandlager verbracht, weil seine Heimatstadt Haren an der Ems 1945 komplett von der deutschen Bevölkerung geräumt werden mußte und ehemaligen Zwangsarbeitern aus Polen, zu der Zeit sogenannten „Displaced Persons", als Wohnort zur Verfügung gestellt wurde. Solch ein Schicksal verbindet zusätzlich und um so stärker mit dieser Region.

Ungefähr 180 000 Menschen waren in der Zeit von 1933 bis 1945 in diesen Konzentrationslagern inhaftiert, mehr als die Hälfte davon Kriegsgefangene. 30 000 von ihnen, überwiegend sowjetische Soldaten, starben unter unmenschlichen Bedingungen. Carl von Ossietzky, Publizist und Friedensnobelpreisträger, war wohl der bekannteste Häftling im Lager Esterwegen. Er starb kurz nach seiner Entlassung an den Folgen der erlittenen Lagerhaft.