St. Marien

Katholische Kirchengemeinde im Bremer Westen

Der Umbau der St. Bonifatiuskirche hat begonnen.

Nach dem beeindruckenden Abschiedsgottesdienst in der St. Bonifatiuskirche hat sich die Gemeinde anschließend noch einmal im Pfarrsaal getroffen, um gemeinsam auf die vergangenen Jahrzehnte zurück zu schauen, auf die Verbundenheit in der Gemeinde anzustoßen und schon einmal einen Blick in die Zukunft zu werfen, was auf die Gemeinde zukommen wird.

Hierbei ging es unter anderem darum, was als nächstes anzupacken und zu regeln ist. Das Problem, das anstand, hieß, das gesamte Inventar der Räume muss „entsorgt werden“. Das bedeutete, für alle Schränke, Tische, Kirchenbänke, Lampen, aber auch für die Orgel, den Altar, das Ambo, das Taufbecken und vieles, vieles mehr sollte eine sinnvolle Verwendung gefunden werden. Bei der gut erhaltenen Orgel spielte ein wenig der Zufall mit. Die Bad Bentheimer Kirchengemeinde „Johannes der Täufer“ suchte schon seit längerem eine neue Orgel und wurde hier endlich fündig. Die Orgel ist inzwischen an dem neuen Standort wieder aufgebaut worden. Zur großen Freude der Kirchenbesucher unterstützt sie seit dem „Einführungsgottesdienst“ am 30.Juni in gewohnter Klangfülle den Gesang der Gemeindemitglieder.

Schwieriger war es allerdings, eine sinnvolle Verwendung für das weitere Inventar der Kirchenräume zu finden. Nachdem man sich Monate vorher mit einer katholischen Gemeinde im Bereich von Krakau einig war, ihnen alle Einrichtungsgegenstände des Kirchenraumes zu überlassen, zog die polnische Gemeindeleitung eine Woche vor dem Abholtermin ihre Zusage zurück. Die unerwartete, kurzfristige Absage führte unsere Gemeindeleitung in eine neue, schwierige Abhol- und Kostenfrage. Es musste entschieden werden, welche Teile können jetzt direkt entsorgt und welche müssen teuer zwischengelagert werden.

Davon erfuhr eine junge Gemeinde in der Nähe von Warschau, die gerade einen Kirchenneubau erstellt hatte, der noch komplett „möbliert“ werden musste. Sie waren begeistert von dem Findorffer Angebot und sagten kurzentschlossen zu, alle Teile wie Kirchenbänke, Schränke, aber auch die festen Teile wie Altar, Ambo und Taubecken zu übernehmen.

Schon eine Woche später kam der polnische Pfarrer mit vielen Helfern und großen Transportern nach Findorff, um die Einrichtungsgegenstände auszubauen und mitzunehmen. Es reichte ein Wochenende aus, um das gesamte Gemeindezentrum auszuräumen und die Sachen zum neuen Verwendungsort zu bringen. Hier sind sie inzwischen aufgestellt worden und werden täglich genutzt.

Ein größeres Problem stellte aber der Ausbau des fast vier Tonnen schweren Altars dar. Diese Aufgabe wurde von den Mitarbeitern der Firma Hollers mit Hilfe eines 80-Tonnen-Krans fachgerecht gelöst. Mit Unterstützung des Krans konnten alle steinernen Teile des Altar-Ensembles durch die große Öffnung des ehemaligen Glasfensters auf die angrenzende Rasenfläche gebracht werden. Hier wurden sie später von der polnischen Kirchengemeinde mit Hilfe schwerer Lastkraftwagen abtransportiert und sollen in Kürze in der neuen Kirche aufgestellt werden.

Als nächstes Werk stand und steht zum Teil noch an, die Fliesen von den Böden aufzunehmen, Wände abzureißen und Fenster und Türen auszubauen. Das Gebäude soll so weit entkernt werden, dass die Handwerkerfirmen die Umgestaltung des Zentrums ohne weitere Abbrucharbeiten durchführen können.

04aDie ersten notwendigen Schritte wie das Ausräumen der Räume und die Entkernung des Gebäudes sind zügig vollzogen worden. Jetzt hofft die Gemeindeleitung, dass die beauftragten Handwerksbetriebe in Kürze mit dem Umbau des Gebäudes beginnen und die Arbeiten zügig vorangehen, so dass der Umbau wie geplant in der zweiten Hälfte 2020 abgeschlossen werden kann. Dann könnte eine stattliche Zahl von Kindern des Stadtteils die neu entstandenen Kindergartenplätze einnehmen, die im Stadtteil dringend benötigt werden. Zudem könnten die Gemeindemitglieder die neuen Gemeinderäume nutzen. Weiterhin werden zur Zeit die vorhandenen Kanäle neu verlegt, da die alten Leitungen alle defekt sind.

Holger Albers

(Kirchenvorstandsmitglied und Leitender Bauherr)