St. Marien

Katholische Kirchengemeinde im Bremer Westen

03aSt. Bonifatius: Umbau zur Kindertagesstätte und zum neuen Gemeindezentrum

Über fast sechs Jahrzehnte war St. Bonifatius für die Findorffer Katholiken ihr religiöser Mittelpunkt. Hier trafen sich die Gläubigen regelmäßig, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern, Feste zu begehen oder sich zu Spiele-Nachmittagen und religiösen Versammlungen zu treffen. Hier wurde geheiratet, aber auch im Requiem der nahestehenden Verstorbenen gedacht.

Aufgrund der rückläufigen Kirchenbesucher wurde im vergangenen Jahr vom Osnabrücker Bischof Franz Josef Bode das Dekret erlassen, die Gemeindekirche St. Bonifatius 2019 zu profanieren, d. h. die kirchlichen Räumlichkeiten in eine allgemeine Nutzung umzuwidmen. Am 04. Mai 2019 wurde dann in einem äußerst gut besuchten Abschiedsgottesdienst zum letzten Mal in der St. Bonifatiuskirche die Heilige Messe gefeiert und die Profanierung des Gottesraumes vollzogen.

02aFür viele Gemeindemitglieder, von denen einige schon bei der Einweihung der Kirche am 11. August 1959 durch den damaligen Bischof Helmut Hermann Wittler dabei waren, war das kein leichter Abschied. Ein Abschiednehmen von vertrauten Räumlichkeiten, in denen viele sich wie in einer großen Familie zu Hause fühlten. Den meisten war allerdings auch bewusst, dass es ein Abschied auf Zeit ist. Die Findorffer Katholiken werden ein Gemeindezentrum wiederbekommen, das allerdings ein Stück kleiner ausfallen wird.

St. Bonifatius wird in Zukunft eine Doppelfunktion erfahren. Wenn alles planmäßig verläuft, sollen bis in die zweite Hälfte des Jahres 2020 hinein Räume für fünf Kindergartengruppen und neue Räume für die Gemeinde geschaffen werden. Dazu wird der hohe Kirchenraum so verändert, dass in der Höhe des Orgelbodens eine neue Decke eingezogen wird.

Dadurch entstehen im Gebäude demnächst drei Etagen. Die untere Etage ( bislang Pfarrsaal und Gemeinderäume ) und der untere Kirchenraum werden so umgebaut, dass dort der Kindergarten untergebracht werden kann. In der 3. Etage wird neben einigen Besprechungsräumen das Gemeindezentrum eingerichtet. Hier kann dann die Gemeinde wie bisher ihre Gottesdienste feiern, Veranstaltungen durchführen und zu Aktivitäten zusammenkommen. Der Vorteil insbesondere für behinderte Menschen besteht dann darin, dass der Zugang zum Gemeindezentrum behindertengerecht umgestaltet wird. Das heißt, die lange Einganstreppe wird abgebaut und durch ein neues Treppenhaus mit Fahrstuhl ersetzt.

Während der Übergangszeit feiern die Katholiken an jedem Samstag um 18.30 Uhr ihre Sonntagsvorabendmesse in der evangelischen Martin-Luther-Kirche. Für die unproblematische Nutzung des Gotteshauses sind die Findorffer Katholiken der Evangelischen Gemeinde sehr dankbar, da sie auf diese Weise ihren Samstagsgottesdienst im Stadtteil feiern können und das sogar behindertengerecht.

Zudem findet der Werktagsgottesdienst wie bisher am Dienstagmorgen um 9.30 Uhr statt und das derzeit im Vereinhaus Findorff, Hemmstraße 240. Hier wird weiterhin wie bislang in Bonifatius am ersten Dienstag zum Frühstück (Edimo) eingeladen.

Inzwischen liegt die Schließung des Gemeindezentrums St. Bonifatius einige Wochen zurück und man darf feststellen, dass das Übergangsangebot von vielen Betroffenen angenommen wird, so dass man zuversichtlich in die Zukunft schauen kann.

August Kötter