St. Marien

Katholische Kirchengemeinde im Bremer Westen

Fatima Prozession 2013 15Zwei Premieren gab es in diesem Jahr bei der mittlerweile 26. Fatima-Prozession im Bremer Westen am Sonntag, 12. Mai, zu feiern: Zum ersten Male fand das Ereignis rund um die St.-Marien-Kirche statt und erstmalig war auch der Oberhirte der Diözese Osnabrück, Bischof Dr. Franz-Josef Bode, mit dabei.

Die im Wetterbericht angekündigten dunklen Regenwolken hatten sich kurz vor 11 Uhr verzogen. Ein prüfender Blick nach oben zeigte dem Bischof an: „Der Himmel wird hell!“ Und nach einer kurzen launigen Ansprache mit Segen setzte sich die Prozession vom Kirchplatz nach rechts in den Steffensweg in Bewegung. Vorweg wie jedes Jahr die Ministranten, gefolgt von den Bannerträgern der Vereine und der Pfadfinder. Kinder, einige in ihren Kommunionkleidern, streuten Blumen für die nachfolgende Fatima-Madonna, die von vier Trägern – später auch von vier Trägerinnen – geschultert wurde.

Vorne mit dabei war auch – inzwischen zum 26. Male – Maria Pais, die 1975 aus Santa Maria da Feira mit ihren Kindern ihrem Mann nach Bremen gefolgt war. Sie war es, die zusammen mit weiteren portugiesischen Frauen 1987 die Fatima-Prozession ins Leben rief. Bischof Franz-Josef und seine Mitzelebranten aus St. Marien, der Polnischen Katholischen Mission in Bremen (Polska Misja Katolicka w Bremen), und des Fatima-Apostolats. Ihnen folgte eine große Anzahl von Gläubigen: Portugiesen, Polen, Deutsche, aber auch Angehörige anderer Nationen zeigten die internationale Vielfalt der katholischen Kirche in Bremen. Unter diesen Prozessionsteilnehmern waren auch Anita und Georg Student anzutreffen. Die beiden Musiker begleiteten und ergänzten mit Trompete und Bariton den Gesang der portugiesischen Gemeinde, vor allem mit dem beeindruckenden Lied „A treze de Maio“, dem Ave von Fatima.

Bis auf Höhe Columbusstraße blieb der Himmel hell. Als die Prozession rechts in die Bremerhavener Straße einbog, war es mit Petrus’ Wohlwollen vorbei: Dunkle Wolken zogen auf und kräftige Regenschauer ergossen sich auf die Teilnehmer des feierlichen Umzugs. Wohl dem, der einen Schirm mit dabei hatte oder einen Nebenmann, der ihm Schutz gewährte. Auf der St.-Magnus-Straße, kurz vor erreichen der Marienkirche, war der Himmel allerdings schon wieder hell, genauer gesagt: marienblau.

In der sich an die Prozession anschließenden heiligen Messe in der vollbesetzten St.-Marien-Kirche wurde dreisprachig gebetet und gesungen. Bischof Franz Josef Bode, der zuvor „bekannt“ hatte, dass er noch nicht in Fatima war, sprach in seiner Predigt die Marienerscheinung der drei Hirtenkinder in dem kleinen Ort im Norden Portugals an. Beeindruckend war für ihn dabei, was aus diesem Erlebnis geworden ist: Maria verbindet die Völker, führt die Menschen aus verschiedenen Nationen an unterschiedlichen Orten auf dem Weg des Glaubens an Jesus Christus zusammen. An die Prozessionsteilnehmer gewandt sagte der Bischof: Danke, obrigado, dziękuję dass sie uns auf diesem Weg mitnehmen.

Zum Ende des Festgottesdienst gab es noch eine besondere Ehrung für Maria Pais, der „Mutter und Seele“ der Bremer Fatima-Prozessionen, und ihren Mann Norbert. Die beiden hatten drei Tage zuvor goldene Hochzeit gefeiert und bekamen dafür und für ihr weiteres Leben noch den Segen des Bischofs. Maria Pimenta von der portugiesischen Gemeinde blickte danach zurück auf die Ereignisse des vergangenen Jahres mit dem Umzug der Madonna von Gröpelingen nach Walle, und dankte der Gemeinde für die herzliche Aufnahme und Unterstützung am Standort St. Marien.

An den Gottesdienst schloss sich in Pfarrsaal und Pfarrgarten ein vor allem mediterraner kulinarischer Genuß an mit Mittagessen und Kaffeetafel. Das herzliches Dankeschön der Teilnehmer galt dabei den vielen Helferinnen und Helfern, die in vielfältiger Form für das leibliche Wohl der Prozessionsteilnehmer und Gottesdienstbesucher sorgten. Diese konnten sich, mit ihren unterschiedlichen Temperamenten, aber vereint im Glauben, dabei miteinander im Gespräch austauschen.