St. Marien

Katholische Kirchengemeinde im Bremer Westen

Adventskonzert 2012 118„Alle Jahre wieder“ kommt nicht nur das Christuskind. Alle Jahre wieder wird den Gläubigen der St.-Marien-Gemeinde und darüber hinaus vielen Menschen aus nah und fern mit dem Adventskonzert des Kirchenchores ein besonderer Musikgenuss geboten. Und wie in den Jahren zuvor trat Chorvorstand Günther Hoffmann auch am Sonntag, 16. Dezember, pünktlich um 16 Uhr ans Mikrofon, um die wiederum zahlreich erschienenen Zuhörerinnen und Zuhörer zu begrüßen und auf das kommende Weihnachtsfest einzustimmen.

In den Gottesdiensten der Adventszeit ist viel vom Licht die Rede, und so war es auch nicht verwunderlich, dass sich das auch in der „Überschrift“ der diesjährigen Veranstaltung niederschlug. „Mache Dich auf und werde Licht” so hieß das Leitmotiv für das nun mittlerweile schon 24. Konzert des Kirchenchores St. Marien am dritten Adventssonntag. Wie schon im Vorjahr war es ein Vers aus dem Buch Jesaja (60,1). Und wie schon 2011 mussten auch in diesem Jahr wegen des großen Besucherandranges noch zusätzliche Stühle in der Kirche aufgestellt werden.

Dass doch etwas anders war als im Vorjahr merkten „geübte“ Konzertbesucher dann bei der ersten Darbietung. Yvonne Sextroh, neue Leiterin und Dirigentin des Kirchenchores, mit dem Horn und Markus Baldenius am Positiv eröffneten das Konzert mit dem „Largo für Horn und Orgel“ von Henry Purcell sowie einem Stück aus der „Wassermusik“ von G. F. Händel. Es folgten vier adventliche Lieder des Kirchenchores St. Marien.

Eine Premiere war auch der Auftritt  des Männerchores „Gutenberg 62“, ebenfalls dirigiert von Yvonne Sextroh. Der Chor, der schon seit über hundert Jahren existiert, wurde – wie der Name es schon vermuten läßt – seinerzeit von Schriftsetzern und Buchdruckern gegründet. Heute kommen allerdings nur noch fünf der Sänger aus der „Schwarzen Kunst“. Der Männerchor gab fünf Lieder zum Besten, wobei es wie zuvor schon beim Kirchenchor „Szenenapplaus“ für die Darbietungen gab.

Zum „Inventar“ des Adventskonzertes gehört mittlerweile schon die Instrumentalgruppe, bestehend aus Cäcilie Wiegand (Querflöte), Cornelia Kruppa (Blockflöte) und Ines Helms (Cello). Sie erfreuten die Konzertbesucher mit der „Trio-Sonate Op. 1., No. 1“ von Jean Baptiste Loeillet. Es folgte ein gemeinsamer Auftritt von Kirchenchor, kleinem Chor und den weiteren Instrumentalisten Marie Baldenius und Charlotte Cordes (Violine) sowie Till Baldenius (Klarinette) und Ulrike Baldenius (Cello). Sie sangen und spielten „Lobe den Herrn meine Seele“ von Heinrich Schütz. In dieser Kantate waren Yvonne Sextroh und Patrick George im Duett zu hören.

Anschließend wurden alle Darbietenden von den begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörern mit viel Applaus in die Pause verabschiedet. Während der 15minütigen Pause, die wie immer überzogen wurde, konnten die Stimmbänder mit oder ohne Alkohol „geölt“ werden und Mitwirkende sowie Besucher fanden sich zu guten Gesprächen zusammen.

Der Kinderchor (Leitung Marion Jahn) und die Blockflötengruppe (Leitung Cornelia Kruppa) hatten lange auf ihren Auftritt warten müssen. Sie eröffneten den zweiten Teil des Adventskonzertes mit dem Lied „Die Jahresuhr steht niemals still“ von Rolf Zuckowski. „September, Oktober, November, Dezember und dann – und dann fängt das ganze wieder von vorne an!“ Zum Glück für die jungen Sängerinnen und Sänger ist ja vorher noch Weihnachten. Für diesen Song und weitere drei frisch und fröhlich dargebotene Lieder bekamen die jungen Sängerinnen und Sänger und das Flötenensemble viel verdienten Applaus vom Publikum.

Mit „Nun komm der Heiden Heiland“, einem Adventslied Martin Luthers,  und zwei weiteren Liedern setzte der Kirchenchor das Konzert fort. Kantate heißt Singet!, und genau das tat die aus elf Sängerinnen und Sängern bestehende Schola St. Marien unter der Leitung von Patrick George stimmgewaltig mit dem Psalm 98, „Singet dem Herrn ein neues Lied“ von Johann Sebastian Bach, dem noch weitere vier Darbietungen folgten.

Der Advent als Zeit der Vorbereitung und Vorfreude auf die Ankunft des Herrn ist in der heutigen Zeit vielfach vom Kommerz überlagert. Wohltuend dagegen die Ausschnitte aus der Adventskantate „Lichter der Hoffnung“, dargeboten vom Kirchenchor, Männerchor Gutenberg 62 und den Instrumentalisten. Hier war die Besinnung auf das kommende Ereignis spürbar. Dazu passte auch „Seht die gute Zeit ist nah“, ein Kanon gesungen von allen Mitwirkenden. Diese sangen dann gemeinsam mit den Konzertbesuchern als Schlusslied den adventlichen Choral „Es kommt ein Schiff, geladen“.

Chorvorstand und -sänger Günther Hoffmann war schon eingangs auf den Dirgenten- beziehungsweise Chorleitungswechsel eingegangen und hatte es als „Glück“ bezeichnet, dass der Kirchenchor St. Marien mit Yvonne Sextroh so schnell eine Nachfolgerin für Patrick George gefunden hatte. Das Konzertpublikum sah dies genauso und dankte der vielseitigen Musikerin, welche auch die Gesamtleitung des diesjährigen Adventskonzertes hatte, und allen Mitwirkenden mit langanhaltendem begeistertem Applaus, der zum „tosenden“ Beifall wurde, als Yvonne Sextroh ans Mikrofon trat, sich bei Interpreten und  Besuchern  bedankte und sie zum Adventskonzert 2013 einlud.