St. Marien

Katholische Kirchengemeinde im Bremer Westen

Fatima Prozession 2012 05Es gab etwas Besonderes zu feiern am Sonntag, dem 13. Mai, in und rund um die St.-Nikolaus-Kirche in Gröpelingen herum. An diesem Tag fand zum 25. Mal die Fatimaprozession der portugiesischen Gemeinde statt, und das bei Sonnenschein und einem Himmel, der sich den ganzen Tag über in der Farbe Marienblau präsentierte.

Mittlerweile ist diese Fatima-Prozession nicht mehr allein ein Anliegen der portugiesischen Katholiken in Bremen und umzu. Für ihre deutschen Mitchristen und auch die Angehörigen der polnischen Mission in der Hansestadt gehört „Fatima in Gröpelingen“ längst zu ihrem persönlichen Kirchenjahr dazu. Das zeigte die beeindruckende Kulisse von ungefähr 400 Gläubigen, die sich um 11.30 Uhr zur Prozession zusammenfanden, die über die Straßen des Ohlenhofviertels rund um den „Gröpelinger Dom“, wie die Nikolauskirche im Volksmund auch genannt wird, führte.

Vorweg ging, das ist schon gute Tradition, neben den begleitenden Polizisten Maria Pais, die 1975 aus Santa Maria da Feisa mit ihren Kindern ihrem Mann nach Bremen gefolgt war. Sie war es, die zusammen mit weiteren portugiesischen Frauen die Fatima-Prozession ins Leben rief. Maria Pais läßt es sich auch heute – nach 25 Jahren Prozession – nicht nehmen, den Ablauf dieser Veranstaltung zu lenken. Die eigentliche Prozession führten die Ministranten an, gefolgt von den Bannerträgern der polnischen Mission sowie der Kolpingfamilie und der Katholischen Arbeitnehmerbewegung.

Vor der von vier Männern getragenen Fatima-Madonna gingen Blumen streuende Kinder, einige von ihnen in ihren Kommunionkleidern. St. Mariens Pfarrer Robert Wagner und sein Amtsbruder Zdzisław Turek von der polnischen Mission in Bremen folgten der auf einem blumengeschmückten Podest stehenden Marienstatue. Nach ihnen kam die große Schar der Gläubigen nicht nur aus den genannten drei Nationalitäten. Inmitten dieser Prozessionsteilnehmer waren auch Anita und Georg Student anzutreffen. Die beiden Musiker begleiteten und ergänzten mit Trompete und Bariton den Gesang der portugiesischen Gemeinde, vor allem mit dem beeindruckenden Lied „A treze de Maio“, dem Ave von Fatima.

In der sich an die Prozession anschließenden heiligen Messe in der vollbesetzten St.-Nikolaus-Kirche wurde dreisprachig gebetet und gesungen. Pfarrer Robert Wagner ließ in seiner Predigt noch einmal die Entwicklung der letzten 25 Jahre Revue passieren. Der Seelsorger zeigte sich erfreut darüber, daß es möglich ist, in Harmonie dreisprachig miteinander zu beten und zu singen. Er verband damit die Hoffnung, „daß wir mit all unseren unterschiedlichen Prägungen vielleicht auch noch mehr gemeinsam Kirche für die Menschen in Bremen aus der Liebe zu dem einen Gott werden können“.

Pfarrer Wagner sprach auch die nahende Profanierung der Nikolauskirche an und vermittelte den Gläubigen vor allem der polnischen Mission Hoffnung: „Wir werden Räume finden, in denen wir gemeinsam beten können, in denen sie ihre Formen weiterleben können, aber wir auch gemeinsam katholische Kirche in Bremen sind.“ Es gab dann herzliche Dankesworte für Maria Pais, die auch für das, was sie für 25 Jahre Fatima-Prozessionen getan hat, zusätzlich mit einem Blumenstrauß geehrt wurde.

An den Gottesdienst schloß sich ein „interkultureller kulinarischer Genuß“ an, ein Mittagessen und Kaffeetafel. Die unterschiedlichen Nationalitäten, mit unterschiedlichen Temperamenten vereint im Glauben, konnten sich untereinander austauschen im Gespräch. In Anlehnung an das berühmte Zitat von Willy Brandt zur Deutschen Einheit 1989 könnte man sagen: hier kam zusammen was zusammengehört.

Abschiednehmen von St. Nikolaus hieß es dann  gegen 16 Uhr für die Fatima-Madonna. Sie wurde auf einen weißen Pick-up – einen Lieferwagen mit Pritsche – aufgeladen und gut gesichert. Dann ging es in einem Autokorso mit 20 Fahrzeugen über Gröpelinger Heerstraße und Steffensweg zur St.-Marien-Kirche. Nach halbstündiger Fahrt bog der Korso, der sich schon vorher mit einem Hupkonzert bemerkbar gemacht hatte, in St. Marien auf den Kirchplatz ein. Unter dem Geläut der Glocken St. Mariens wurde die Marienstatue in die Kirche gebracht. Hier hat die Fatima-Madonna als Symbolfigur der portugiesischen Gemeinde jetzt eine neue Heimat gefunden. Herzlich wilkommen geheißen wurde sie von Pfarrer Robert Wagner – der auch den Autokorso angeführt hatte – und vielen Gläubigen sowie vom Kirchenchor St. Mariens.

In seiner Begrüßung nicht nur der Statue, sondern auch der portugiesischen Gemeinde, die in Zukunft auch ihre Heimat in der Marienkirche haben wird, sprach der Geistliche auch davon, daß es noch offen ist, wo die Fatimaprozessionen der nächsten Jahre stattfinden werden. Vielleicht noch am alten Standort, möglicherweise auch in Walle oder anderswo. Wichtig ist, daß die Menschen so zusammenkommen wie an diesem Sonntag und die Räume und Plätze mit Leben füllen. Dann trifft das zu was zum Eingang der heiligen Messe in St. Nikolaus gesungen wurde: Halleluja, Jesus lebt!

Mehr über die Geschichte der Fatima-Prozession im Bremer Westen ...