St. Marien

Katholische Kirchengemeinde im Bremer Westen

St. Marien feierte Gemeindefest „rund um den Kirchturm“Bei der Wettervorhersage für Sonntag, 9. Oktober, konnte einem Angst und Bange werden: Schauerartiger Regen mit Sturmböen aus Südwest. Was die Meteorologen allerdings nicht auf ihrem Radarschirm hatten: Die St.-Marien-Gemeinde feierte Gemeindefest an diesem Tag, und da kam der Segen von oben entgegen aller Vorhersagen doch tatsächlich in Form von Sonnenschein, und das bis spät in den Nachmittag hinein.

Das Gemeindefest begann um 9.30 Uhr mit einer heiligen Messe. Getauft wurden in diesem Gottesdienst Deike Marie und Aaron, beide im Säuglingsalter, denen ihre Eltern später noch viel erzählen können von diesem denkwürdigen, erlebnisreichen Tag. Mitgestaltet wurde die heilige Messe von den Drittkläßlern der St.-Marien-Schule, die sehr gekonnt ein Spiel aufführten, das eine moderne Fassung des Sonntagsevangelium (Matthäus 22, 1–14) darstellte, wo eingeladen wird, und die Gäste sagen einer nach dem anderen ab. Sogar das Klingeln des Telefons wirkte dabei wie im wahren Leben. Von den an diesem Sonntag zahlreich erschienenen Gottesdienstbesuchern bekamen die Schülerinnen und Schüler dafür viel Applaus.

Ebenfalls beteiligt an der Gestaltung der heiligen Messe war die portugiesische Gemeinde, die den Text des Evangeliums in ihrer Muttersprache vortrug, nachdem Diakon Matthias P. Brauer dieses – ebenfalls auf Portugiesisch – angekündigt hatte. Weiterhin sangen die portugiesischen Gemeindemitglieder sehr zur Freude der Gläubigen den Kanon Dona Nobis Pacem, die Friedensbitte aus dem Agnus Dei. Pfarrer Robert Wagner wies bei der Gabenbereitung noch einmal auf die (sichtbare) Vielfalt der Menschen in St. Marien hin: „Aus vielen Völkern und Nationen seid ihr gekommen, verbunden und vereint im Glauben an Jesus Christus.”

Nach der heiligen Messe, die mit dem temperamentvoll gesungenem Lied „Großer Gott wir loben dich” zu Ende ging, wurde gefeiert mit einem „Angebot für Jung und Alt”. Wer wollte, konnte Eine-Welt-Waren erwerben oder sich in der Kirche bei den Franziskanerschwestern Annegret und Maris als „Herrgottsschnitzer“ ausbilden lassen. Der Kirchplatz, sonst nur als Parkplatz genutzt, wurde zum Spielplatz für die jüngeren Gemeindemitglieder. Eltern, Lehrkräfte und Erzieherinnen der Kita St. Marien hatten zusammen mit Pastoralreferent Johannes Gebbe ein vielfältiges Programm für den Gemeindenachwuchs organisiert. Vom Malen mit Fingerfarben über Kettcar fahren bis hin zum Nagelbalken gab es viel zu tun für die Mädchen und Jungen. Außerordentlich beliebt dabei war das Glücksrad, wo zumindest für jeden ein Trostpreis heraussprang.

Auch für das leibliche Wohl von Jung und Alt war gesorgt: Grillwurst, Suppe, Kaffee und Kuchen gab es reichlich. Dazu kamen dann noch frisch gebackene Waffeln. Bei diesem Angebot, das vom Seelsorgeteam präsentiert wurde, war dann die Schlange der Interessenten noch größer als beim Glücksrad. Als Robert Wagner und Johannes Gebbe die Schicht als Bäcker übernommen hatten und dabei fotografiert wurden, kam von einem der Beteiligten spontan ein Vorschlag für die Bildunterschrift: „Johannes Gebbe und Robert Wagner backen sich die Gemeinde”, und dabei waren es doch nur Waffeln, die, so die einhellige Meinung, ganz hervorragend mundeten. Zufrieden in der Gewissheit, einen schönen Tag erlebt zu haben, ließen die „Marianer“ das Fest um 15 Uhr herum ausklingen. Selbst die Kleingärtner unter den Festteilnehmern kamen dann noch auf ihre Kosten: Eine Stunde später begann es zu regnen.