St. Marien

Katholische Kirchengemeinde im Bremer Westen

Herzlicher Empfang für Pastor Martin Luttmann im Bremer WestenOb Abschied oder Begrüßung – es regnet. Wie schon bei der Verabschiedung von Pastor Daniel Brinker gab es auch bei der Begrüßung von Pastor Martin Luttmann am Sonntag, 14. November, reichlich „Segen von oben“. Der Schirmständer im Eingangsbereich der Oslebshauser St.-Josef-Kirche war gut gefüllt wie auch das Gotteshaus selbst, als Pastor Martin Luttmann zusammen mit seinen Mitzelebranten Propst Dr. Martin Schomaker, Pfarrer Robert Wagner und Diakon Matthias P. Brauer sowie den Messdienern in die Kirche einzogen.

Der aus Spelle im südlichen Emsland in unsere Gemeinde gekommene Priester bekannte bei seiner Begrüßung, daß er schon aufgeregt sei, so beim ersten Mal vor einem Gottesdienst an der neuen Wirkungsstätte. Pfarrer Robert Wagner nahm dies sogleich auf und berichtete seinem Amtsbruder von den „aufregenden Zeiten”, in denen sich die Mariengemeinde zur Zeit wegen vieler Umbrüche befindet. Ergebnis dieser Zeitumstände ist auch, daß der neue Seelsorger Büro und Wohnung nicht wie sein Vorgänger in St. Josef haben wird, sondern in St. Bonifatius in Findorff. In Oslebshausen wird der Platz benötigt für den Konvent der Franziskanerinnen, die bald dort einziehen werden.

Martin Luttmann war zunächst ein Jahrzehnt Mitarbeiter bei der Telekom bevor er als (nicht ganz) Spätberufener Theologie studierte. In der St.-Marien-Chronik des Jahres 1993 ist vermerkt: „Der Theologiestudent Martin Luttermann macht ein Schul- und Gemeindepraktikum in St. Marien.” Dieser Student des Jahres 1993 ist identisch mit unserem neuen Pastor, der nach seiner Priesterweihe 1998 als Kaplan in Lingen und Osnabrück tätig war. In der Domstadt war er auch Stadtjugendseelsorger. Seit 2006 wirkte der 47jährige Pastor, der aus Georgsmarienhütte bei Osnabrück stammt, als Pastor in der heutigen Pfarreiengemeinschaft St. Johannes der Täufer (Spelle), St. Ludgerus (Schapen), St. Vitus (Lünne) und St. Vitus (Venhaus).

Propst Dr. Martin Schomaker gab dem neuen Seelsorger St. Mariens in seiner Predigt Worte des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. mit auf den Weg: Der Vergangenheit in Dankbarkeit gedenken, die Gegenwart mit Leidenschaft zu leben und sich der Zukunft vertrauensvoll zu öffnen. Martin Schomaker wies auch auf die unterschiedlichen Strukturen hin zwischen dem bisherigen Tätigkeitsfeld Martin Luttmanns und der neuen Wirkungsstätte, der Großstadt in der Diaspora. „Ich wünsche Dir, daß Du ganz viele Menschen triffst, von denen Du sagen kannst, die mag ich leiden!” In diesen Personenkreis schloss der Propst auch ausdrücklich Juden, Muslime, Angehörige anderer  Bekenntnisse und diejenigen, die keiner Konfession angehören, mit ein.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von der St.-Marien-Schola, dem Chor St. Josef / St. Nikolaus und der Gesangsgruppe der portugiesischen Gemeinde. Deren Sprecherin begrüßte Martin Luttmann ebenfalls und äußerte die Hoffnung, auch mit ihm portugiesisch-deutsche Gottesdienste feiern zu können. Das sagte ihr der Seelsorger zu und fügte schmunzelnd auf seine Portugiesischkenntnisse anspielend hinzu: „Gerne, wenn ich den deutschen Part übernehmen kann.”

Zuvor hatte schon die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Ulrike Kehlbeck-Staats, in der ihr eigenen humorvollen Art den neuen Geistlichen begrüßt. Sie hatte aber nicht nur gute Wünsche mit dabei, sondern auch ein Geschenk: Analog zur Kinderüberraschung gab es eine St.-Marien-Überraschung, von der Vorsitzenden kurz SMÜ genannt. Inhalt: die Vielfalt der Mariengemeinde. „Das spannende“, so Ulrike Kehlbeck-Staats: „Vor dem öffnen weiß man nie was drinsteckt!”

Und heiter ging’s weiter bei Pfarrer Robert Wagners Willkommensgruß im Namen der Gemeinde: Er verwies auf die Martins-Ansammlung in der vorherigen heiligen Messe: „Wir hatten da den Messdiener Martin, den Propst Martin und den Pastor Martin. Herzlichen Glückwunsch noch nachträglich zum Namenstag!“ Dann holte der Pfarrer ein Päckchen, voll mit Bremensien hervor, liebevoll zusammengestellt und verpackt vom Martinshof. „Zu Bremen gehört auch der Martinshof, das ist aber nicht der Hof von Propst Martin Schomaker“, fügte Robert Wagner unter dem Beifall der Gottesdienstbesucher hinzu, um dann seinem Amtsbruder Luttmann die Zusammenhänge und den Inhalt des Päckchens zu erklären. Dazu bekam der neue Seelsorger noch als speziellen marianischen Willkommensgruß ein Foto der Gemeindeikone, auf der alle Schutzpatrone der vier Kirchen der Mariengemeinde abgebildet sind.

Danach wandte sich der Pfarrer an die „liebe Gemeinde: Bleiben wir doch noch eine Weile zusammen, um Pastor Luttmann begrüßen zu können und uns auszutauschen über die gute kommende Zeit, die wir gestalten können, dürfen und auch wollen!“ Er fühlte sich dazu ermutigt „durch das, was die Gemeinde in den vergangenen Wochen und Monaten alles mitgetragen und gestaltet hatte“.

Pastor Martin Luttmann dankte für alles und sagte, er freue sich auf die zukünftige Zusammenarbeit und auf viele gute Begegnungen. Im Pfarrsaal, wo viele fleißige Helfer auch für das leibliche Wohl gesorgt hatten, fand dann zahlreich der von Pfarrer Robert Wagner angeregte Gedankenaustausch bei heißen Würstchen, kaltem Büfett und kühlen Getränken statt. Ein guter Nebeneffekt dieses Austausches war auch, dass die Gläubigen aus den einzelnen Kirchenstandorten – mit vollem Mund, aber auch mit ganzem Herzen – wieder ein Stück weiter zusammengefunden haben an diesem regnerischen Sonntag.