St. Marien

Katholische Kirchengemeinde im Bremer Westen

Nacht der KirchenViele Besucher erlebten eine „Kirche im anderen Licht“

Es war eigentlich wie immer, wenn der evangelische Nachbar Wilhadi und unsere St.-Marien-Gemeinde in ökumenischer Gemeinschaft etwas veranstalten: Ein abwechslungsreiches Angebot, von vielen Helfern liebevoll vorbereitet, und eine Menge interessierter Besucher, die das Dargebotene dann auch dankbar annehmen.

Die „Nacht der Kirchen 2010” stand in Walle am Samstag, 25. September, unter dem Motto „Musik beflügelt”. Es waren aber nicht nur die Ohren, die auf ihre Kosten kamen, sondern auch die Augen konnten sich sattsehen, beispielsweise in der farbenfroh illuminierten Marienkirche. Die „Nacht” begann bereits um 18 Uhr mit einer Andacht in der Wilhadikirche. Danach gab’s viel hochklassige Musik von der Bühne herab, die auf der gesperrten Einmündung der St.-Magnus-Straße/Steffensweg aufgebaut war. Wieder einmal konnten die vielen Veranstaltungsteilnehmer erahnen, wie schön dieser Ort sein könnte, wenn sich dort einmal nach der Idee des Architekten Ulrich Recker eine räumliche ökumenische Verbindung zwischen beiden Kirchen verwirklichen lassen würde.

Schulbands des Schulzentrums Helgolander Straße machten den Anfang bei den musikalischen Darbietungen. Es folgten die West-Voices – wie sich der Chor der Wilhadigemeinde nennt – und der Bremer RathsChor. Um 22 Uhr zogen Jongleure mit einer Feuershow die Zuschauer in ihren Bann. Den Abschluß der ereignisreichen Nacht bildeten um 23 Uhr Taizégebete in der Wilhadikirche.

Wer sich vom „prallen Leben” draußen in die „Zurückgezogenheit” begeben wollte, der konnte das in der Marienkirche tun. Gewissermaßen als Kontrastprogramm oder als „schöpferische Pause” zwischen den Bühnendarbietungen nutzten viele Besucher das Angebot St. Mariens, „Kirche im anderen Licht” zu erleben und dabei zur Ruhe zu kommen. In dem stimmungsvoll illuminierten Gotteshaus waren liturgische Geräte wie Monstranzen und Weihrauchgefäße ausgestellt und mit Hintergrunderklärungen versehen. Thomas Engler spielte verhalten auf der Orgel und später gab es dem Gedanken der „Zurückgezogenheit” entsprechende Musik von der CD. Augenfällig waren neben dem Interesse für die ausgestellten sakralen Gegenstände auch die Begegnungen in der Kirche, oft zwischen Menschen, die keine Gottesdienste in St. Marien besuchen, und Gemeindegliedern, die schon fast zum „Inventar der Kirche” gehören. Außerdem bestand auch die Möglichkeit, die Jurte der DPSG-Pfadfinder aufzusuchen, die der Stamm St. Marien im Schatten des Kirchturmes aufgebaut hatte. Stockbrot und Tee wurde in dem oben mit Rauchabzug versehenen Zelt zubereitet.

Die Teilnehmer an der heiligen Messe am darauffolgenden Sonntag kamen auch noch in den Genuß der in rot und gelb ausgeleuchteten Kirche, und Pfarrer Robert Wagner ließ noch einmal die vorherige „Nacht der Kirchen” Revue passieren. Dabei dankte er vor allem den Jugendlichen Fabian Genz und Tim Pannwitt, die für die beeindruckende Illumination gesorgt hatten, sowie den „etwas älteren Jugendlichen” Frank Bitomsky und Wilhelm Wessels, die ebenfalls viel Arbeit darauf verwendet hatten, daß auch die „Nacht der Kirchen 2010” in Walle erfolgreich gestaltet werden konnte. Doch auch der Pfarrer, das sei hier nachgetragen, hatte viel Mühe und Zeit darauf verwendet, daß die „Kirche im anderen Licht” so gut wahrgenommen wurde.