St. Marien

Katholische Kirchengemeinde im Bremer Westen

Seit 20 Jahren Adventskonzerte des KirchenchoresEin „kleines Jubiläum” konnte Günther Hoffmann als Vorsitzender des Kirchenchores St. Marien zu Beginn des Adventskonzertes am Sonntag, 19. Dezember, verkünden: Seit 20 Jahren, „aus kleinsten Anfängen heraus”, gibt es nunmehr dieses Konzert, das mittlerweile zu einem der Höhepunkte im Veranstaltungskalender der Gemeinde geworden ist.

„Macht Euch auf den Weg” hieß das Motto des diesjährigen Konzertes am vierten Advent. Über 250 Menschen aus der Gemeinde und weit darüber hinaus kamen dieser „Aufforderung” nach und machten sich – wie schon im Vorjahr  trotz eisiger Kälte und Schneetreibens – „auf den Weg” zur St.-Marien-Kirche, um zwei schöne Stunden zu genießen. „Auf den Weg gemacht” hatten sich vor ihnen auch schon die vielen Mitwirkenden an dieser Aufführung, um in den Gemeinderäumen letzte Vorkehrungen für einen gelungenen Auftritt zu treffen.

Das Konzert eröffnete traditionell Thomas Engler an der Führer-Orgel. Er spielte „Alla Marica”, ein schwungvolles Stück des französischen Organisten und Komponisten Lefébure-Wély. Danach hatte der Kirchenchor St. Marien unter Leitung von Patrick George seinen ersten Auftritt mit „Alta Trinita beata”, einem italienischen  Lob der Dreieinigkeit aus dem 15. Jahrhundert.

Jan-Niclas George und sein Tenorhorn: Viele der Besucher erinnerten sich noch an seinen ersten Auftritt in einem Adventskonzert vor zwei Jahren. Damals war er neun Jahre alt und brauchte noch eine Stütze für sein Instrument. Für ein Stück aus „Schwanensee” und sein traditionelles „Maria durch ein’ Dornwald ging” bekam er viel Applaus von den Konzertbesuchern.

Die elf Sängerinnen und Sänger der Schola St. Marien gaben fünf Lieder zum besten, was aber aussah wie vier plus eins. Für Patrick George, der auch die Schola leitet, war nach „Light a candle in the dark” irrtümlicherweise Schluß der Schola-Vorstellung, doch dann gab’s gewissermaßen als „Zugabe” noch das fünfte Lied: „Sei behütet auf deinen Wegen”.

Wie international St. Marien ist, wurde mit dem Auftritt des Chores St. Josef/St. Nikolaus unter Leitung von Grigori Pantijelew bewußt: Sechs Lieder in fünf Sprachen bot der Chor dar. Dafür hatten die Sängerinnen und Sänger mit viel Unterstützung von Gemeindemitgliedern, die Polnisch und Portugiesisch sprechen, fleißig geübt und erhielten vom Publikum dankbaren Beifall dafür.

Die zwanzigminütige Pause war für viele Konzertbesucher von „buten und binnen” der Gemeindem mal wieder eine gute Gelegenheit, mit alten Bekannten zu sprechen und dementsprechend lebhaft ging es auch im Pfarrsaal und im „Glaskasten” während dieser Zeit zu.

Der Kinderchor der 3. und 4. Klassen der St.-Marien-Schule hatte seinen Auftritt direkt nach der Pause. Die Mädchen trugen vier adventliche und weihnachtliche Lieder mit großem Können und viel Hingabe vor. Damit begeisterten sie nicht nur ihre anwesenden Eltern und Großeltern, sondern die ganze Zuhörerschaft, die dem Kinderchor intensiv applaudierte. Ebensolcher Beifall wurde anschließend auch Carina Jahn zuteil, die fünf Lieder auf der Gitarre vortrug. Bei zweien wurde sie von ihrer Mutter Marion (ebenfalls Gitarre) begleitet, die zuvor den Kinderchor, dessen Leiterin sie ist, instrumental unterstützt hatte.

Anschließend lauschte das Publikum der Kantate „Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken” von Dietrich Buxtehude, dargeboten vom Kirchenchor St. Marien und Thomas Engler an der Truhenorgel. Höhepunkt nach allen hervorragenden Darbietungen war der gemeinsame Auftritt aller beteiligten Chöre: „Gottes guter Segen sei mit euch” klang es vielstimmig aus voller Brust, und so manche Besucherin, mancher Besucher dieses stimmungsvollen Adventskonzertes hätte da schon gerne mit eingestimmt.

Der Vorgänger des jetzigen Trainers der deutschen Fußballnationalmannschaft, Rudi Völler, hat sich mal im Fernsehen spektakulär über die Kritik an seiner Mannschaft geäußert: „... und dann gibt es einen Tiefpunkt und einen weiteren Tiefpunkt ...” In St. Marien ist das anders, Herr Völler: Da gibt es einen Höhepunkt und dann noch einen weiteren Höhepunkt!

Jener „weitere Höhepunkt” war das gemeinsame Schlußlied: „Es kommt ein Schiff geladen”. Dieses adventliche Marienlied hatten einige der Zuhörerinnen und Zuhörer  bereits im Sonntagsgottesdienst um 9.30 Uhr in der Marienkirche „üben” können. Nun, kurz vor 18 Uhr, vereinigten sich Mitwirkende und Besucher zu einem einzigen großen stimmgewaltigen Chor und sangen diese Weise als Loblied auf die Patronin unserer Pfarrkirche und Gemeinde, Maria.