St. Marien

Katholische Kirchengemeinde im Bremer Westen

Adventskonzert 2009: „Sein Licht leuchtet hell!“„Alle reden vom Wetter – wir gehen zum Adventskonzert! Das war die Devise der Mitwirkenden und Besucher des 19. Adventskonzertes des St.-Marien-Kirchenchores am Sonntag, 20. Dezember. Längst wohnen viele von ihnen nicht mehr im Schatten des Kirchturms von St. Marien, sondern kommen von weiter her. Umso bemerkenswerter, wie Chorvorstand Günther Hoffmann bei seiner Begrüßung ausführte, dass sie sich trotz starken Schneefalls und eisiger Temperaturen auf den Weg  gemacht hatten, um das Konzert mitzugestalten oder es einfach nur zu genießen. Auch das Adventskonzert hatte ein Motto: „Sein Licht leuchtet hell!“ Sein Licht leuchtet hell??? Bei welchem Evangelisten oder Propheten steht denn das? Wer da nachschaute, tat dies vergebens, denn dieses Leitmotiv war im Kopf von Chorleiter Patrick George entstanden (Patrick 1,1).

Mit Präludium und Fuge in G-Dur von Mendelssohn-Bartholdy,  gespielt von Thomas Engler an der Orgel begann das Konzert. Der Marien-Chor hatte vorher schon Aufstellung auf dem Orgelboden genommen und führte anschließend die „Festmesse zu Ehren des Seligen Englmar“ (Komposition Michael Avril) auf. Eine „norddeutsche Uraufführung“, wie Günther Hoffmann betonte, denn bisher wurde diese Festmesse nur an ihrem Ursprungsort St. Englmar zu Gehör gebracht. Während der Darbietung konnten sich die Besucher Bilder von St. Englmar auf einer Leinwand im Altarraum ansehen.  

Jan-Niclas George ist gewachsen seitdem er im letzten Jahr zum ersten Mal mit seinem Tenorhorn bei einem Adventskonzert dabei war, und das betrifft nicht nur seine Körpergröße, sondern auch seine Fertigkeit mit dem Instrument. In diesem Jahr unterhielt er die Zuhörer mit zwei Stücken aus „Tarzan“ und „Titanic“. Für besinnliche Advents- und Weihnachtsstimmung sorgte der Chor St. Josef/St. Nikolaus. Unter der Leitung von Dr. Grigori Pantijelew spannten die Sängerinnen und Sänger einen Liederbogen von „Stern-Kind, Erd-Kind“ bis „Aber heidschi bumbeidschi“ und entließen damit das Publikum in die Pause.

„Immer noch so lange warten“, der Titel war Programm: Die Kinder von der Flötengruppe und dem Kinderchor der Marienschule warteten nämlich schon gespannt auf ihren Auftritt. Zunächst mussten sie aber erst einmal einen Fototermin hinter sich bringen: Eltern und Großeltern fotografierten was Digitalkamera und Camcorder nur so speichern konnten, um später eine schöne Erinnerung an den Auftritt ihrer Kinder bzw. Enkelkinder zu haben. Dann zeigte der Nachwuchs sein Können: Abwechselnd begeisterten der Kinderchor (Leitung Marion Jahn) und die Flötengruppe (Leitung Cornelia Kruppa) die Konzertbesucher mit gekonnten Darbietungen, unter anderem mit dem Lied „Weihnachtszeit“ mit einem sehr witzigen Text, der das Publikum zum Schmunzeln brachte. 

Beim nächsten Programmpunkt wurde Patrick George in seinem „Nebenjob“ aktiv, er ist nämlich nicht nur Dirigent des Kirchenchores, sondern auch Leiter der Schola St. Marien. Deren Sängerinnen und Sänger boten fünf Lieder dar. Die ab 17.45 Uhr läutenden Glocken von Wilhadi haben sie dabei stimmgewaltig übertönt. Instrumental unterstützt wurde die Schola von Andrea Jedding (Querflöte) und Jan Jedding (Gitarre).

Es folgte das "Londoner Trio Nr. 1", komponiert von Joseph Haydn für zwei Flöten und ein Cello. Dargeboten wurde es in der Marienkirche von Cornelia Kruppa (Blockflöte), Cäcilia Wigand (Flöte) und Ines Helms (Violoncello). Nach der Pause hatte auch der Kirchenchor St. Marien den Platz gewechselt und sang nun Kirchenliedklassiker wie „Bahnt einen Weg unserm Gott" und vier weitere geistliche Lieder. Begleitet wurde der Chor dabei von Tenorhorn und Orgel. Als der Beifall nicht enden wollte stimmte der Chor als Zugabe noch den 150. Psalm, ein stimmgewaltiges Halleluja an. Chorleiter Patrick George dankte danach den Mitwirkenden, deren Verbindung zu St. Marien er dabei hervorhob. Zum Schluß sangen Darbietende und Besucher in der vollbesetzten Kirche gemeinsam, „Wachet auf, ruft uns die Stimme". Wörtlich zu nehmen war das sicherlich nicht, denn eingeschlafen war keiner der Anwesenden bei den vielen begeisternden Liedern und Instrumentalstücken.

Bei so vielen großartigen Programmpunkten war es nicht verwunderlich, dass die Interpreten kräftig in der Zeit überzogen. „Wir haben heute etwas getan, was sonst nur bei Thomas Gottschalk mit ,Wetten, dass ..’  üblich ist“, sagte Patrick George und schmunzelte dabei. Wäre es nach den Konzertbesuchern gegangen, die allen Mitwirkenden dankbaren langanhaltenden Applaus spendeten, hätten die Interpreten noch länger überziehen können. Und, so war zu hören, während Gottschalks Sendung so langsam langweilig wird und in der Gunst der Zuschauer sinkt, ist die Freude der „Marianer“ und anderer Besucher an den Darbietungen des Kirchenchores und der weiteren Mitwirkenden ungebrochen groß. Hoffentlich heißt es auch 2010 beim dann 20. Adventskonzert bei der Begrüßung wieder: „Alle Jahre wieder gibt’s das Adventskonzert!“