St. Marien

Katholische Kirchengemeinde im Bremer Westen

1. Advent - Tür2. Advent - Wüste3. Advent - Spreu vom Weizen4. Advent - Maria und ElisabethAuch in diesem Jahr gab es im Advent eine Predigtreihe in unserer Gemeinde. Es ging uns in den Predigten nicht darum, dass noch mehr auf uns Gläubige einstürmt. Stattdessen waren wir dazu eingeladen, zur Ruhe zu kommen. Anzukommen bei uns und unserer Erwartung des Heilands, des Immanuel – Gott mit uns – Raum zu geben.

Der Liturgieausschuss hat sich überlegt, während der Adventszeit eine Laterne entstehen zu lassen. Die vier Seiten der Laterne wurden mit Bildern, die inhaltlich zu den jeweiligen Sonntagsevangelien passten, nach und nach geschlossen. Jesus, das Licht der Welt, war unser Ziel und leuchtete durch die Bilder hindurch und gab uns die Richtung an.

Im gemeinsamen Bibelteilen, waren alle eingeladen, sich den Texten zu nähern und sie auf sich wirken zu lassen. Am Wochenende in den Gottesdiensten wurden Gedanken des Bibelteilens noch einmal in einer meditativen Predigt aufgegriffen und luden uns ein, sie mit unserem Leben in Verbindung zu bringen.

An folgenden Tagen und Standorten fand das Bibelteilen statt:

Montag, 7. Dezember, 20:00 Uhr in St. Josef

Montag, 14. Dezember, 20:00 Uhr in St.Marien

Montag, 21. Dezember, 20:00 Uhr in St. Josef, mit Blick auf die weihnachtlichen Texte.


Evangelium 1. Advent 2009 Lukas 21, 25-28, 34-26

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen.

Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.

Nehmt euch in acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht, so, wie man in eine Falle gerät; denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen. Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.


Impulse zum Evangelium am 1. Advent 2009; Lesejahr C

Seid wachsam!

Nehmt euch in Acht!

Verwirren mich die Sorgen des Alltags?

Achte ich auf mich?

Achte ich auf mein gegenüber?

Bin ich gefangen in meinen Sorgen?

Wache und bete allezeit, damit du allem, was geschehen wird,
entrinnen und vor den Menschensohn hintreten kannst.

Verzweifle nicht!

Fürchte dich nicht,
denn du bist Gottes geliebtes Kind.

„Einmal
wird all das
von mir abfallen
was mich bindet
fesselt
was mir
die Wahrheit
verhüllt

einmal
werde ich
verstanden werden
und
verstehen“                             (Andrea Schwarz)

Richte dich auf und erhebe dein Haupt, denn deine Erlösung ist nahe.

Durch das Kommen des Kindes von Betlehem,
seinen Tod und seine Auferstehung bist du gerettet.


Evangelium 2. Advent 2009 Lukas 3, 1-6

Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius; Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa, Herodes Tetrach von Galiläa, sein Bruder Philippus Tetrach von Ituräa und Trachonitis, Lysanias Tetrarch von Abilene; Hohepriester waren Hannas und Kajaphas. Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias.

Und er zog in die Gegend am Jordan und verkündigte dort überall Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. So erfüllte sich, was im Buch der Reden des Propheten Jesaja steht:

Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!

Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken.

Was krumm ist, soll gerade werden, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden.

Und alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt.


2. Advent, Gedanken zum Sonntagsevangelium:

Bereitet den Weg

Beim nächsten Ton ist es.... Zeitansage
Wenn ich selbst nicht weiß, welche Stunde geschlagen hat, brauche auch ich eine Zeitansage.
Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde...
Wer sagt mir die Zeit an?
Wofür ist es jetzt an der Zeit, wofür ist jetzt die richtige Zeit ?

Zeit zur Umkehr!
Ich habe mich verlaufen, bin vom rechten Weg abgekommen: Umkehren!
Ich habe mich verrannt, in eine Idee, eine Meinung, da komme ich nicht mehr weiter: Umkehren!
Ich bin in eine Sackgasse geraten, steh vor einer Mauer: Umkehren!
Umkehren fällt nicht leicht.
Wer gibt schon gerne zu, sich verrannt zu haben,
in eine Sackgasse geraten zu sein,
vom rechten Weg abgekommen zu sein?
Einsicht ist der erste Schritt zur Umkehr, ich muß sehen und wollen.

Umkehren wohin?
Zu den Menschen!
Ich lege ab, was es an Gewalt und Machtgehabe in Familie, Politik und Beruf gibt.
Ich baue Brücken und Straßen zueinander.
Ich bin geduldig im Gespräch und höre gut hin.
Gottes Weg ist der Mensch. Also:
Wo kann ich mitwirken, dass „Krummes“ in Zeit und Gesellschaft und im Miteinander wieder gerade werden kann?
Wie und wo lassen sich Unebenheiten ausgleichen?
Wo kann ich mitwirken, damit für Menschen in Not das Heil, das von Gott
kommt, erfahrbar wird?
Bereitet dem Herrn den Weg!

Umkehren wohin?
Zu Gott!
Ich gebe Gott in meinem Leben Raum und Zeit, bereite ihm einen Platz, an dem wir uns begegnen können.
Ich kann zur Ruhe kommen, aktiv Zeit für Gott einplanen, für Besinnung, Gebet oder Gottesdienst. Denn:
Gott begegnet nicht im Sturm und im Tosen und Brausen,
sondern im leichten Säuseln des Windes und in der Stille. Gott möchte bei mir ankommen.
Bereitet den Weg des Herrn!

Umkehren wohin?
Zu mir selbst!
Ich schaue auf mein Leben, auf meinem Lebensweg. Da gibt es Höhen und Tiefen, Untiefen, Berge, Täler und enge Schluchten.
Vielleicht gleicht mein Leben manchmal einer Berg- und Talfahrt. Es kann und wird nicht immer alles eben und gerade sein. Gott
liebt mich gerade auch mit dem, was krumm und schief an mir ist!
Aber dennoch: Jetzt ist innerer Straßenbau angesagt, damit der Begegnung mit Gott von meiner Seite nichts im Wege steht!  
Ich kann mich selbst bereiten, damit Gott bei mir ankommen kann.
Ich kann gelassener werden im Umgang mit anderen, versuchen, nicht mehr so schnell aus der Haut zu fahren.
Ich kann die Dankbarkeit wieder einüben, denn auch sie ebnet Gott den Weg.
Ich kann an meinen Schwächen arbeiten, aber auch an dem, was mich überheblich werden läßt.
Den Weg für den Herrn bereiten!

Am Ende steht der Zuspruch: Was den Alten schon gesagt ist, soll wahr werden: Alle Menschen werden das Heil sehen!
Jeder kann umkehren
jeder kann Wegbereiter sein,
denn Gott kommt uns auf diesem Weg entgegen:

Amen


Evangelium 3. Advent 2009 Lukas 3, 10-18

In jener Zeit fragten die Leute den Johannes den Täufer: Was sollen wir  also tun? Er antwortete ihnen: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso.

Es kamen auch Zöllner zu ihm, um sich taufen zu lassen, und fragten: Meister, was sollen wir tun? Er sagte zu ihnen: Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist.

Auch Soldaten fragen ihn: Was sollen denn wir tun? Und er sagte zu ihnen: Misshandelt niemand, erpresst niemand, begnügt euch  mit eurem Sod!

Das Volk war voll Erwartung, und alle überlegten im Stillen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.

Schon hält er die Schaufel in der Hand, um die Spreu vom Weizen zu trennen und den Weizen in seine Scheune zu bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.

Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk in seiner Predigt.


Impulsgedanken 3. Advent

Was sollen wir tun – fragen die Leute im Evangelium den Johannes. Vielleicht fragen auch wir in diesen Tagen des Advents. Wie kann ich mich gut auf Weihnachten vorbereiten: dem anderen etwas Gutes tun? Teilen bzw. Spenden? In dem wir uns besinnen? Durch Geschenkeeinkauf? Durch Gebet und Gottesdienst. – Was sollen wir tun?

In Erwartung sollen wir sein – wachsam! Offen für den Weg, den Gott mit uns gehen willen. Mit jedem und jeder ganz persönlich. Er will uns entflammen. Geben wir ihm – dem Gott, der unter uns Mensch werden will, Raum. Lassen wir uns von ihm entflammen!

Schon hält er die Schaufel in der Hand – ja, er wird die Spreu vom Weizen trennen. Dieser Gott, der kommen will, wird unsere Spreu nehmen, immer wieder neu, damit das Gute in uns und durch uns wachsen kann. Und müssen wir die Erfahrung machen, dass sich neue Spreu bildet – sie gehört eben zu uns – so wird er sie erneut vom Guten in uns trennen!

Freue dich und frohlocke von ganzem Herzen – so ist dieser Gott, der kommen und Mensch werden will – wir können uns freuen.  Wir sind für ihn wertvoll, er hat uns in seine Hand eingeschrieben. Scheinen auch Sorgen uns über den Kopf zu wachsen, gibt er uns Kraft und Zuversicht – hoffen wir auf ihn und geben wir uns ihm hin – dem Gott der Mensch wird und am Kreuz alles auf sich nehmen wird. Seien wir in freudiger Erwartung!


Evangelium 4. Advent 2009 Lukas 1, 39-45

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.

Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme:

Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist dir Frucht deines Leibes.

Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.

Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.