St. Marien

Katholische Kirchengemeinde im Bremer Westen

Evangelischer Kirchentag mit St. MarienDer 32. Deutsche Evangelische Kirchentag, der vom 20. bis 24. Mai in Bremen stattfand, ist vorbei. Dieses größte Ereignis, das seit langer Zeit in der Hansestadt veranstaltet wurde, hat auch St. Marien bewegt, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Er hat Spuren und bleibende Eindrücke hinterlassen bei den Gemeindemitgliedern.

Mensch, wo bist du? (1. Mose 3,9) lautete das Motto dieser großen Veranstaltung. Am Eröffnungstag, 20. Mai, hätte St. Marien antworten können: Wir sind beim „Abend der Begegnung“ am „kleinen Vatikan“ rund um die Propsteikirche St. Johann! Dort hatte unsere Mariengemeinde, wie die anderen katholischen Gemeinden in Bremen auch, einen Stand – aufgebaut von Petra Strauß-Plohr und Anja Terbrüggen –, an dem sich die Besucher einerseits über die Pfarrei informieren und andererseits in Werder-Würste beißen konnten, die ihnen möglicherweise nicht so gut geschmeckt hätten, wenn zu dem Zeitpunkt schon bekannt gewesen wäre, dass der Bremer Fußballverein an diesem Abend sein UEFA-Cup-Endspiel verlieren würde. Martina Genz war souveräne „Standbetreiberin“ und hatte am Abend auch viele Helferinnen und Helfer aus der Gemeinde, die tatkräftig mit anpackten. Weiterhin waren die Kindertagesstätten St. Nikolaus und St. Josef an diesem Nachmittag mit einer Mitmachaktion vertreten, die von den Kirchentagsbesuchern gut angenommen wurde.

Mensch, wo bist du? Die Musikgruppe Join, die zwei Auftritte in der Alten Waller Kirche an der Langen Reihe hatte, und die Schola St. Marien brauchte da nicht lange überlegen, um zu antworten: Wir machen Musik für die Kirchentagsgäste! Die Schola unter der Leitung von Patrick George trat auf im „Garten der Chöre“ auf dem Theaterberg in den Wallanlagen und weiterhin auch in der evangelischen Michaelkirche in Grohn und ebenfalls in der Alten Waller Kirche.

Mensch, wo bist du? Pastor Daniel Brinker hätte antworten können: Ich bin gerade auf der Himmelsbrücke! Und das kam so: In der „Bremer Kirchenzeitung“ gab es ein Preisrätsel zu lösen. Zu gewinnen war ein Gang über die Himmelsbrücke, einer Attraktion des Kirchentages, die zwischen den Domtürmen in luftiger Höhe befestigt war. Die Aufgabe war lösbar und einer der glücklichen Gewinner war Daniel Brinker, der nicht nur Glück hatte, sondern auch den Mut – ebenso wie Kita-Leiterin Anja Terbrüggen – über die schwankende Brücke zu gehen. Sein Amtsbruder Robert Wagner, der besonders vom Markt der Möglichkeiten beeindruckt war, nutzte den Kirchentag unter anderem, um mit vielen Gästen aus nah und fern gute Gespräche zu führen. Beide waren auch auf den Veranstaltungen in und mit Beteiligung St. Mariens präsent.

Mensch, wo bist du? Hier in St. Bonifatius,  wäre die Antwort vieler Gläubiger gewesen, die in der Kirche an der Leipziger Straße im Rahmen des Kirchentages an einem Gedächtnisgottesdienst für Bischof Oscar Romero teilnahmen, der 1980 in San Salvador während einer Eucharistiefeier ermordet wurde.

Mensch, wo bist du? Wilhelm Wessels konnte in der Zeit von Mittwoch bis Sonntag in dieser 21. Woche im Mai darauf antworten: Hier bin ich, was kann ich für euch tun? Zusammen mit Barbara Twardowski und Frank Bitomsky bildete er ein „starkes Helferteam“ am Standort St. Marien in Walle. Wilhelm Wessels, der zusammen mit seiner Frau Elisabeth als guter Gastgeber das Haus „voll bis unters Dach“ mit Kirchentagsgästen hatte, war von morgens um 8 Uhr bis in den späten Abend zusammen mit seinen „Teamkollegen“ Ansprechpartner und wenn erforderlich auch Chauffeur für die Organisatoren des Kirchentages im Bereich St. Marien und Wilhadi. Am Eröffnungstag war er noch klaglos um 23 Uhr unterwegs, um die marianische Lautsprecher-anlage vom oben bereits erwähnten Theaterberg abzuholen. Dabei war er mit dem Auto wegen der vielen Absperrungen und Umleitungen nur bis zum Kennedyplatz gekommen und mußte den Rest des Weges mit der schweren Anlage zu Fuß zurücklegen.

Der 32. Deutsche Evangelische Kirchentag und die katholische St.-Marien-Gemeinde? Was hat das nun miteinander zu tun? Da kommt nun wieder die gute ökumenische Nachbarschaft ins Spiel, über die es schon viel zu berichten gab. Und das war auch beim Kirchentag so: In unmittelbarer Nähe vom Veranstaltungszentrum Überseestadt bildeten die Kirchen St. Marien und Wilhadi zusammen den „Treffpunkt Gospel“ in Walle. Die Kirchgänger mußten sich aus diesem Grunde umorientieren, denn die Gottesdienste in der Marienkirche entfielen für die Zeit des Kirchentages. Grund dafür war die große Bühne, die im Chorraum für die Musizierenden aufgebaut worden war. Das mußte natürlich alles geplant und vorbereitet werden: Deshalb begann der Kirchentag für das „starke Team“ in St. Marien auch nicht erst am Mittwoch mit dem Eröffnungstag, sondern bereits einen Tag vorher pünktlich um 9 Uhr mit dem Ausräumen der Kirche. Während Barbara Twardowski mit den Feinarbeiten wie den Kerzen beschäftigt war, fuhr Wilhelm Wessels mit der Schiebkarre vor, um die vielen Gebetbücher „in einem Rutsch abzufahren“. Mittags gab es dann Gespräche mit den Veranstaltern und der Bühnenbaufirma aus Dortmund.  

Mensch, wo bist du? So an die 150 bis 200 Gospelfans hätten in der Zeit von Donnerstag bis Samstag geantwortet: Ich bin in der Marienkirche (Wilhadikirche) und höre mir mit Begeisterung ein Gospelkonzert an! Leidenschaftliche Musik zum Hinhören und Mitsingen von „Oh happy Day“ bis „Love is a Fire“ gab es dabei zu hören. Zweimal sangen die Chöre sogar vor „ausverkauftem Hause“. 23 Konzerte gab es insgesamt innerhalb von drei Tagen, davon elf in der Marienkirche. Dazu kamen noch täglich Gospel-Workshops, die allesamt gut besucht waren. Damit bei diesen Konzerten auch alles reibungslos ablief, hatten die Kirchentagsorganisatoren für das Gospelzentrum fünf Moderatoren und viele Pfadfinder aufgeboten, die für einen guten Verlauf sorgen sollten. Ansprechpartner und dazu „Mädchen für alles“ waren „Wessels und Co.“, die sich in Abstimmung mit den Freiwilligen aus Wilhadi um vieles kümmerten und dafür auch Lob und Dank von den Organisatoren erhielten. Diesen konnten sie auch zurückgeben: Es hat, auch wenn es anstrengend war, Spaß gemacht, so Barbara Twardowski, Frank Bitomsky und Wilhelm Wessels: Es war ein fantastisches Publikum, die Leute wußten, das sie in einer Kirche sind und wie man sich dort benimmt, und deshalb gab es außer wenig Schlaf und viel Arbeit kaum Probleme.

Was für die Stadt Bremen im Großen gilt, das gilt für die Mariengemeinde und ebenso für Wilhadi im kleineren Maßstab. Die Gemeinden und auch einzelne Glieder erwiesen sich als gute Gastgeber für die teilweise von weiterher angereisten Gäste des Kirchentages und werden diesen Menschen in guter und dankbarer Erinnerung bleiben. In diesem Sinne äußerte sich auch Pastor Hartmut Strudthoff von Wilhadi, der von vielen Rückmeldungen und Reaktionen sprach, in denen die Gäste sich positiv über die „gute Atmosphäre“ auf dem Kirchplatz von St. Marien und Wilhadi äußerten, die als „angenehm und entspannend“ empfunden wurde. Es wäre zu wünschen, dass dieser gemeinsame Kirchplatz von Wilhadi und St. Marien, so wie ihn die Gäste wahrgenommen haben, eines nicht zu fernen Tages nach den vorhandenen Plänen des Architekten Ulrich Recker Wirklichkeit würde.