St. Marien

Katholische Kirchengemeinde im Bremer Westen

Klezmer-Duo begeisterte Ehrenamtliche beim „Kulturcocktail“Eine „Herzliche Einladung“ war ergangen „zum Fest aller ehrenamtlichen Frauen und Männer in der St.-Marien-Gemeinde“. Rund 150 dieser Ehrenamtlichen folgten der Einladung zu einem „Kulturcocktail in der St.-Bonifatius-Kirche“ am Sonntag, dem 26. April, um 16 Uhr. Keine dunkle Wolke war über St. Marien zu sehen an diesem Sonntagnachmittag, und das galt nicht nur für den blauen Himmel über dem Bremer Westen, sondern auch für die Gemeinde, die sich im dritten Jahr seit der Zusammenlegung der vier ehemaligen Pfarreien auf einem guten Weg befindet. Nicht nur das gemeinsame Feiern der Eucharistie, sondern auch Feste wie der „Kulturcocktail“ machen diese Entwicklung deutlich.

Dementsprechend gelöst und heiter fielen auch die Begrüßungsworte aus, welche die Hauptamtlichen, vertreten durch Pastor Robert Wagner, Pastor Daniel Brinker und Gemeindereferent Boris Uroic, an ihre ehrenamtlichen Helfer richteten. Robert Wagner übergab gleich nach dem Willkommensgruß an Boris Uroic, der die sowieso schon gut gestimmten Versammelten mit einem Gedicht erheiterte, welches Wilhelm Busch zugeschrieben wird und den Titel hat: „Nur kein Ehrenamt“. Der Text, der mit den Zeilen „Willst du froh und glücklich leben, laß kein Ehrenamt dir geben!“ beginnt, zeigt humorvoll die Tücken auf, mit denen ehrenamtlich Tätige zu kämpfen haben im Alltag und mit ihren Mitmenschen. Wilhelm Busch, wenn er es denn war, schließt mit den Worten: „Soll dein Kopf dir nicht mehr brummen, laß das Amt doch anderen Dummen“.

Es sollte, so Robert Wagner und Daniel Brinker in ihren Ansprachen nachdem sich die Heiterkeit wieder etwas gelegt hatte, keine Aufforderung an die Gemeindemitglieder sein, nun ihr Ehrenamt abzugeben, aber, so die Seelsorger, ein Fünkchen Wahrheit steckt schon in dem Gedicht. Beide ermunterten sie die Anwesenden, sich ruhig mal gegenseitig „auf die Schulter zu klopfen“ und sich zu versichern wie gut und wichtig diese vielfältige ehrenamtliche Tätigkeit für die ganze Gemeinde ist. Ohne Menschen, die bereit sind für andere da zu sein und tätig zu werden, kann keine Gemeinschaft, kann keine Gemeinde wirklich funktionieren.

Schon lange Zeit vor diesem Fest der Ehrenamtlichen hatte sich Pastor Robert Wagner Gedanken gemacht, womit die Helferschar denn zu erfreuen sei und dabei auch an Livemusik gedacht. Bei der Verleihung des „Sonnenschein-Preises 2008“, der Anfang Dezember 2008 an die St. Johannis Kinder- und Jugendhilfe verliehen wurde, wurde er dann fündig: Der Klarinettist Martin Kratzsch und die Schlagzeugerin Susanne Sasse, hier allerdings als Akkordeonistin, umrahmten als Klezmer Duo musikalisch diese Veranstaltung. Dem Geistlichen gefielen die Spielfreude der Musiker und die Intensität der Darbietung, und da war es bis zum Engagement der beiden Instrumentalisten kein weiter Weg mehr.

Martin Kratzsch, der auch als Instrumentalsolist und Orchestermusiker tätig ist und einen Lehrauftrag an der Hochschule für Künste hat, sowie seine Partnerin Susanne Sasse begeisterten die Ehrenamtlichen dann fast eine dreiviertel Stunde mit ihrer Klezmer-Musik, dargeboten mit Klarinette und Akkordeon. Viele der Anwesenden gingen mit im Rhythmus der Musik. Klezmer ist ursprünglich die Hochzeitsmusik der Juden aus dem osteuropäischen Raum. Die Musik hat sich weiterentwickelt und zu einer eigenen Richtung gefunden. Auch in Deutschland erfreut sich diese Musik einer immer größer werdenden Beliebtheit, was auch an diesem Sonntag in der Bonifatiuskirche festzustellen war. In den Pausen zwischen den Tänzen und Volksweisen gab Martin Kratzsch den Zuhörern viele  interessante Informationen über die „Klezmorim” und ihre Musik. Langanhaltender Beifall zwischen den einzelnen Stücken und am Ende der Darbietung belohnte die beiden Interpreten, die aber selbst auch sichtlich Spaß hatten, vor diesem begeistert mitgehenden Publikum zu spielen.

Zum nächsten Programmpunkt dieses Tages ging es von der Kirche in den Pfarrsaal, wo die Ehrenamtlichen von den Hauptamtlichen zunächst mit Getränken versorgt wurden. Anschließend war das „geistliche Wissen“ der Ehrenamtlichen gefragt. Tischweise traten sie bei einem Quiz gegeneinander, manchmal auch miteinander, an. Christliches Grundwissen, die Liturgie und die Mariengemeinde waren gefragt. Pastor Daniel Brinker, der erst seit gut einem halben Jahr in St. Marien tätig ist, und trotz dieser kurzen Zeit schon wie selbstverständlich „zum Inventar“ der Gemeinde dazugehört, trat dabei, assistiert von Robert Wagner und Boris Uroic, ganz „professionell“ als Quizmaster auf. Am Ende gab es drei Siegertische, die zwar keine Million einheimsten, sich aber zumindest Schokolade aus Bremen schmecken lassen konnten.   

Schmecken lassen konnten sich danach alle Teilnehmer wahlweise vier leckere Suppen oder je nach der Größe des Hungers auch alle vier Sorten nacheinander. Nur von der Brokkolisuppe, obwohl lautstark angepriesen, blieb zum Schluß noch etwas übrig. Der schöne Nachmittag mündete in einen schönen Abend mit kühlen Getränken und intensivem Gedankenaustausch und ging gegen halb zehn Uhr zu Ende. „Das Zusammenwachsen der Gemeinde und das bessere Kennenlernen der Mitglieder aus den vier Kirchenstandorten“, so die Meinung vieler Anwesender, „wurde mit dieser Veranstaltung wieder ein Stück weit vorangebracht.“