St. Marien

Katholische Kirchengemeinde im Bremer Westen

Adventskonzert 2008: „Der Heiland kommt“Pastor Daniel Brinker hatte im Sonntagsgottesdienst am 21. Dezember bei seinen Vermeldungen darauf hingewiesen und noch einmal dazu eingeladen: Das Adventskonzert 2008 des Kirchenchores St. Marien wurde in diesem Jahr wieder traditionell am vierten Adventssonntag veranstaltet. Gemerkt hat man es am Nachmittag dann auch an den vielen Autos, die die Straßen im Bereich Steffensweg vollparkten wie sonst nur im Peterswerder bei einem Werderspiel.

Konzertbeginn war wie immer um 16 Uhr, aber schon vor dem offiziellen Einlaß ab 15.30 Uhr warteten die „Fans“ des Kirchenchores im „Glaskasten“ St. Mariens darauf, daß sich die Kirchentüren für sie öffneten. Für die späten Gäste schafften die Tenöre und Bässe des Chores noch Stühle heran, damit keiner die adventliche Darbietung stehend verfolgen mußte.

„Der Heiland kommt“, war passend zum vierten Advent das Motto des nunmehr 18. Adventskonzertes des Kirchenchores St. Marien, zu dem Chorvorstand Günther Hoffmann die zahlreichen Gäste begrüßte und auf ein besinnliches, friedliches Weihnachtsfest einstimmte. Wie schon im vergangenen Jahr gehörte auch der Kirchenchor St. Josef/St. Nikolaus zu den Ausführenden. Die St.-Marien-Schola und Thomas Engler an der Orgel gehören mittlerweile schon fast zum „Inventar“ des Konzertes wie vom Streichorchester Monika Koslowska (Violine I), Vera Marreck (Violine II), Frauke Dehning (Viola) und Inken Leupolt (Cello). Eugen Pajonczek ist schon „Urgestein“ bei den Adventskonzerten und war nach ein paar Jahren Pause wieder dabei. Geneviève van der Bent (Violine II) war in diesem Jahr neu dabei wie auch der Kinderchor der Klasse 3 H der Marienschule und Jan-Niclas George (Tenorhorn).

Die Eröffnung war Thomas Engler vorbehalten, der „Nun kommt der Heiden Heiland“ von Johann Sebastian Bach ausdrucksvoll auf der Orgel darbot. Darauf folgten vier Lieder des St.-Marien-Chores mit Begleitung der Truhenorgel und des Streichorchesters. Anschließend war das hochklassig besetzte Orchester zu hören mit „Symphony“, dem ersten Satz aus „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel. Es folgte wieder der Marienchor mit dem bekannten Satz „Denn die Herrlichkeit Gottes“ aus dem „Messias“.

Erwartungsvoll war das Publikum beim nächsten Programmpunkt: Jan-Niclas George spielte auf dem Tenorhorn zusammen mit Thomas Engler an der Truhenorgel „Melodie aus der Taiga“ und „Macht hoch die Tür“. Dafür bekam der neunjährige Schüler nicht nur Beifall von den Konzertbesuchern, sondern auch von den anderen Akteuren. Bei seinem Abgang erhielt der Viertkläßler und Sohn des Dirigenten Patrick George, der erst seit anderthalb Jahren dieses Instrument spielt, noch einen Sonderapplaus von den Anwesenden.

Der Kirchenchor St. Josef/St. Nikolaus setzte das Programm fort. Chorleiter Dr. Grigori Pantijelew dirigierte nicht nur seine 23 Sängerinnen und Sänger bei den folgenden fünf Liedern, sondern begleitete sie auch auf dem Keyboard. Zwischen den einzelnen Gesangsstücken trugen Chormitglieder verbindende Texte zu den Darbietungen vor.

Die angekündigte Pause von 20 Minuten mußte um weitere zehn Minuten verlängert werden, denn die Konzertbesucher nahmen das Angebot, in dieser Zeit nicht nur ein Getränk zu sich zu nehmen, sondern miteinander ins Gespräch zu kommen, gerne an. Lautstarkes Stimmengewirr vor und im Pfarrsaal zeigte an, das sich hier doch einige „alte Bekannte“ wie alle Jahre wieder getroffen hatten.

Nachdem wieder erwartungsvolle Stille eingekehrt war, eröffnete die Schola St. Marien unter Leitung von Patrick George den zweiten Teil des Konzertes mit fünf Gesangsstücken. Dann kam der Auftritt des nahezu paritätisch von Mädchen und Jungen besetzten Kinderchores der Klasse 3 H der Marienschule unter der Leitung von Marion Jahn. Die jungen Akteure, vor allem die männlichen Geschlechts, hatten schon vor Konzertbeginn ihrem Auftritt entgegengefiebert. Für ihre frisch vorgetragenenen fünf Lieder bekamen sie viel Beifall und am Schluß eine verdiente Belohnung in Form von Süßigkeiten.

Der Chor trug anschließend zusammen mit Orchester und Orgel sechs Stücke aus dem Weihnachtsoratorium des Priesters und Komponisten Heinrich Fidelis Müller vor, beginnend mit dem Präludium bis zum Gesang der Engel: Ehre sei Gott. Nach der Zugabe „God is so good“ konnte sich auch das Publikum gesanglich betätigen: Zusammen mit dem Kinderchor und allen weiterhin beteiligten Sängerinnen, Sängern, Musikerinnen und Musikern wurde das Schlußlied gesungen. „Wir sagen Euch an den lieben Advent“ klang es vielstimmig, und es war zu hören, daß auch in den Kehlen der Konzertbesucher ein großes stimmliches Potenzial steckte.

Patrick George, der die Gesamtleitung dieses Adventskonzertes hatte, ist zu bescheinigen, daß er nicht nur für begabten Nachwuchs gesorgt hat, sondern es auch immer wieder versteht, hochkarätige Musiker für diesen musikalischen Höhepunkt im Veranstaltungskalender St. Mariens heranzuziehen. Für eine solche Darbietung muß in einem Konzertsaal viel Geld bezahlt werden, in St. Marien ist der Eintritt kostenlos, es wird am Schluß des Konzertes eine Türkollekte abgehalten, die aber mit 800 Euro leider auch in diesem Jahr nicht die Kosten des veranstaltenden St.-Marien-Kirchenchores gedeckt hat.