St. Marien

Katholische Kirchengemeinde im Bremer Westen

Es wurde „Nacht in Walle“ und Hunderte waren dabeiÖkumenische Veranstaltung als Auftakt zum Evangelischen Kirchentag 2009

Am Samstag, 20. September, veranstaltete die Bremische Evangelische Kirche die „Nacht der Kirchen 2008”. Mehr als 50 Bremer Kirchen waren von 18 Uhr bis Mitternacht geöffnet und boten den Besuchern ein vielfältiges Programm. Im Bremer Westen fand diese Nacht unter dem Motto „Wenn es Nacht wird in Walle – Ökumene im Stadtteil” statt. Die evangelische Wilhadigemeinde, direkter Nachbar des Standortes Marienkirche, hatte die Mariengemeinde in alter und bewährter ökumenischer Tradition mit „ins Boot geholt”, und beide Gemeinden gestalteten diese „Nacht der Kirchen” zusammen.

Organisiert wurde diese Veranstaltung von Hartmut Strudthoff, Pastor in Wilhadi, und seinem Amtsbruder Robert Wagner von St. Marien zusammen mit ehrenamtlichen Helfern aus beiden Gemeinden. Planungen und arbeitsintensive Vorbereitungen hatten schon Monate vorher begonnen ohne zu wissen, wie das Programm letztendlich vom Publikum angenommen werden würde. Von der großen Resonanz in den Gemeinden und darüber hinaus in der Bevölkerung waren die Organisatoren dann doch angenehm überrascht: Mussten sie sich doch in dieser Nacht gegen zweiundfünfzig ähnliche Darbietungen „behaupten”. Trotzdem fanden noch über sechshundert Menschen den Weg ins „ökumenische Quartier”. Über die Hälfte davon blieben als „Dauergäste” bis in die Nacht. Zu der Fotoausstellung in der Marienkirche, welche die Kirchen und den Stadtteil im Wandel der Zeiten sowie die ökumenische Zusammenarbeit zeigte, kamen die ersten Besucher sogar schon am Vormittag, als diese noch im Aufbau war.  

Der Abend begann um 18 Uhr mit einer Andacht in der Marienkirche, zu der sich auch schon an die hundert Besucher in dem Gotteshaus einfanden. Gehalten wurde diese ökumenische Andacht  gemeinsam von den Pastoren Robert Wagner und Hartmut Strudthoff. Danach gab es Darbietungen auf der in der Mitte zwischen den beiden Kirchen aufgebauten Bühne. Die Band des Schulzentrums Waller Ring machte dabei den Anfang, ihr folgten die Schola St. Mariens, der A-cappella-Chor A-Chording und spät am Abend die West-Voices. Alle Musikgruppen boten ein hochwertiges, vom Publikum begeistert aufgenommenes Repertoire. Durch die Sperrung der St.-Magnus-Straße an der Einmündung zum Steffensweg entstand gewissermaßen der „ökumenische oder sakrale Raum”, den der Architekt Ulrich Recker bereits vor vier Jahren angedacht hatte.

Hunger und Durst konnten die Besucher an Imbißständen stillen und dabei den Jongleuren zusehen, die ihre Kunst unter anderem mit leuchtenden Kugeln darboten. Zu trinken, und zwar Tee, gab es auch in der Jurte der St.-Georgs-Pfadfinder vom Stamm St. Marien, die im Pfarrgarten St. Mariens aufgebaut war. Das Bühnenprogramm wurde immer wieder unterbrochen durch Angebote in beiden Kirchen. Dabei wurden auch Filme über den Aufbau Wilhadis und St. Mariens in den fünfziger Jahren  gezeigt und die „Engel”-Aussstellung des Malers Ulrich Precht aus der Wilhadigemeinde.  Im Film „La Paloma” des Kulturhauses Walle „Brodelpott“  wurde eindrucksvoll die historische und wirtschaftliche Entwicklung des Bremer Westen dargestellt. Der Kirchenchor der Mariengemeinde bot in Zusammenarbeit mit Gemeindereferentin Anja Egbers und Gemeindereferent Boris Uroic Texte und Gesang in der Marienkirche. Als Diakon Helmut Schumacher dort um 23 Uhr  Texte aus der Apostelgeschichte vorlas, die von Organist Thomas Engler mit Orgelmusik unterlegt wurden, waren die Bänke trotz der späten Stunde immer noch gut gefüllt. Auch die Fotoausstellung fand da noch Interesse. Dabei störte die Betrachter auch nicht, daß die Kirche zu der Zeit nur von Kerzen beleuchtet war. Zum Abschluß gab es um Mitternacht ebenfalls noch unter guter Beteiligung nach „Liedern aus Taizé“ den Abendsegen in der Wilhadikirche.

Die ökumenische Fotoausstellung, „paritätisch“ von Ehrenamtlichen aus beiden Gemeinden zusammengestellt, fand auch am Sonntag vor und nach der Eucharistiefeier noch viel Interesse. St. Mariens Pastor Robert Wagner würdigte den Verlauf der vergangenen Nacht und gab dabei seiner und aller beteiligter Helfer Zufriedenheit Ausdruck über diesen gelungenen Teil der Auftaktveranstaltung zum Evangelischen Kirchentag 2009, der ja bekanntlich in Bremen stattfindet.