St. Marien

Katholische Kirchengemeinde im Bremer Westen

MITTENDRIN-Wochenende in Bremen setzt neue Akzente

Rhythmisches Klatschen, die Gemeinde singt kräftig mit. Und irgendwie ist es an diesem Samstagabend in der Bremer St. Marienkirche ein wenig anders als sonst.

Der Grund: die Charismatische Erneuerung in der Katholischen Kirche hat zum MITTENDRIN-Wochenende nach Bremen eingeladen. Josef Fleddermann, Pfarrer in St. Marien und zugleich Vorsitzender dieser katholischen Erneuerungsbewegung in Deutschland, ist die Freude deutlich anzusehen. Gut 120 Anhänger dieser seit fünf Jahrzehnten bestehenden christlichen Bewegung sind der Einladung in den Norden gefolgt. Pfarrer Josef Fleddermann antwortete auf Fragen von Roland Mais.

Herr Pfarrer Fleddermann, vielleicht sollten wir zunächst noch einmal ein wenig erklären, was es denn mit der Charismatischen Erneuerung auf sich hat.

Pfarrer Fleddermann: Die Charismatische Erneuerung ist keine Bewegung, so wie man sie vielleicht auf den ersten Blick beschreiben müsste. Sie geht zurück auf das Jahr 1967, als Studentinnen und Studenten in den USA eine Erfahrung des Heiligen Geistes gemacht haben. Und diese Erfahrung hat ihr ganzes Leben verändert. Der Geist Gottes kann also jeden von uns ganz persönlich erfüllen.

Inwieweit hat sich denn diese Ursprungserfahrung bis heute erhalten beziehungsweise – wie war Ihr Eindruck von diesem Aspekt bei dem Bremer Treffen?

Pfarrer Fleddermann: Thema des Treffens war „Die Freude am Herrn ist unsere Stärke“. Und die Freude ist eine Frucht des Heiligen Geistes, wie schon Paulus sagte. In Workshops, beim Lobpreis, bei den Gebeten und Vorträgen stand Gott im Mittelpunkt. Und ich konnte ganz deutlich spüren, wie der Geist Gottes unsere Herzen bewegt hat. Alle, die dabei waren, erlebten Trost und neue Kraft. Sie schöpften neue Hoffnung und gingen gestärkt in den Alltag.

Der Geist Gottes macht ja nicht an strukturellen oder regionalen Grenzen Halt. Das hat ja auch das Bremer MITTENDRIN-Wochenende gezeigt.

Pfarrer Fleddermann: Ja – Jung und Alt waren versammelt, viele Nationen und auch Menschen aus allen sozialen Gruppen, vom Hartz IV-Empfänger bis zum Professor. Man konnte sehen, wie der Glaube ganz praktisch die Menschen verbindet. Übrigens ein Aspekt, den Papst Franziskus immer wieder betont.

Das Treffen soll ja sicher über den Tag hinaus wirken. Wie also kann all das in die Alltagsarbeit der Gemeinden einfließen?

Pfarrer Fleddermann: Das fängt schon damit an, dass wir zum Beispiel in St. Marien viele Gastfamilien hatten, die die Teilnehmer herzlich aufnahmen. Und viele der Teilnehmer sind auch in ihren Heimatgemeinden aktiv. Ein Zeichen dafür, dass dieses Wochenende auch für die Gemeinde ein Segen war, bewies unsere Pfarrgemeinderatsvorsitzende Cecilia Wigand als sie sagte, unsere Gäste könnten gerne wieder in unsere Gemeinde kommen.